10. Februar 2010

Der Container steht auf dem Kinderheimgelände!

Heute war es tatsächlich soweit: die Ankunft des Containers in Los Chacos. Nachdem der Zoll im ganzen Land noch am 1. Februar von der Polizei besetzt wurde, war die Aussicht auf eine Abwicklung in weite Ferne gerückt. Von unserem "Agenten" war nur noch das typische Wort "mañana" ("Morgen wieder") zu vernehmen. Doch plötzlich kam am Nachmittag des 9. Februar ein Anruf: "der Container kommt aus dem Zoll!".

Bis 18:00 war es noch unsicher, ob der LKW noch die Ausfahrt aus dem hochumzäunten Zollgelände passieren kann. Das hat dann aber noch geklappt, aber nun war es zu spät einen Kran zu organisieren, eine weitere Nacht verging. Aber dann am Mittwoch Morgen konnte der LKW Los Chacos erreichen. Inzwischen hat es angefangen zu regnen und der Boden wurde sofort rutschig. Mit viel Geschick kam der LKW an der gewünschten Stelle zu stehen. Sofort haben alle mitgeholfen auszuladen, um Zugang zur Drehbank zu erhalten. Gegen 15:00 kamen scließlich die Kräne, der Container konnte auf dem Boden abgesetzt werden und die Drehbank wurde noch vor die Werkstatt gehieft.

Jetzt bin ich auch ziemlich k.o.. Herzlichen Dank für alles mitbeten! Später dann noch mehr Infos + Fotos ...

29. Januar 2010

Zollabwicklung verzögert sich

Der Container steht seit Montag dem 25. Januar im Zollhof von Santa Cruz. Die Abfertigung verschleppt sich wegen Kleinigkeiten wie einer benötigten Steuernummer der Kirchengemeinde, die aber nicht vorhanden ist. Ein weiteres Problem bilden die hunderten Kleidersäcke: seit neuem wurde die Einfuhr von gebrauchten Kleidern untersagt. Die gesamte Ladung steht auf dem Spiel. Es blieb uns nichts anderes übrig als das ganze korrupte Spielchen der einzelnen "Beamten" mitzumachen. Das wurde unerwartet teuer. Bitte helft mit den Container im Gebet vor den Herrn zu bringen!

Eine weitere unerwartete Verzögerung gab es beim Abflug von Robert und Sabine Haase, deren Abflug sich heute wegen technischem Defekt vor dem Start in Santa Cruz verzögert hat. Das war eine ziemliche Strapatze für die Familie mit den zwei kleinen Kindern, den ganzen Tag nicht wissend wie es weiter geht in Santa Cruz festsitzend. Aber nun verlassen sie heute Santa Cruz gegen 20:00 Uhr Ortszeit und werden am 30-1-10 in Berlin ankommen.
Gerne dürft ihr auch an sie denken. Herzliche Grüße.

25. Januar 2010

Abschied von Robert und Sabine

In einem gut besuchten Abendgottesdienst haben wir am Sonntag zusammen mit Freunden und Geschwistern der Gemeinde in Los Chacos Robert und Sabine Haase verabschiedet. Ihr Flug geht am Donnerstag den 28. Januar nach einem Jahr und 4 Monaten Aufenthalt. Sie haben seit September 2008 bei uns gelebt, während unserer Abwesenheit in unserem Haus.

Robert hat für Wolfgang die Landwirtschaft vom Kinderheim geleitet. Beide haben während dieser Zeit viel gelernt. Auch kam ihr 2. Kind Gustav hier gesund zur Welt. Es gab viele herzliche Worte und nach einer Predigt über Josua, der das Volk Gottes ins verheißene Land führt, gab es ein einfaches Abendessen.
Wir wünschen Robert und Sabine Gottes reichen Segen für ihren weiteren Lebensweg, der sie in den Elterlichen Gärtnereibetrieb in Zittau führt. Herzlichen Dank für Eure Hilfe und Zeugnis hier in Los Chacos und alles Gute!

17. Januar 2010

Marcelo ist weg

Seit dem 9. Januar ist unser Kinderheimkind Marcelo verschwunden. Er hat seit über einem Jahr immer wieder vom "abhauen" gesprochen und war oft frustriert. Zum einen hatte er einen schweren Stand innerhalb der Kinderheimgruppe, aber seine freche Art, sein Ungehorsam und geringer Wille sich einzugliedern, haben ihm das Leben mit uns erschwert. Nun hat er es offensichtlich vorgezogen, alle Rechte und Privilegien einem ungeschützten Leben außerhalb von unserem Kinderheim vorzuziehen. Rechtlich ist die Sachlage einfach: Marcelo ist offensichtlich irgendwo im Dorf Los Chacos, versteckt sich aber. Eine Vermisst-Meldung bei der Jugendbehörde in Santa Cruz hatte zur Folge, daß Marcelo offiziell nicht mehr als Heimkind gilt. "Das war es". Wir hatten noch große Hoffnungen in ein Adoptivverfahren gesetzt, auch eine Verlegung wäre noch möglich gewesen. Nun aber ist er schon eine Woche unauffindbar weg, und damit auf sein eigenes Schicksal gestellt.
Bitte betet für ihn.

15. Januar 2010

Überschwemmung!

In der Nacht zum 13. Januar hat es über 160 Liter pro m² geregnet. Damit stieg die Gesamtmenge vom Januar auf 362 Liter, im Dezember hatten wir 300 Liter. Bei uns auf dem Hof sieht es aus wie nach dem Russlandkrieg ... . Des weiteren sind weite Teile der Felder überschwemmt. Das macht die Bewirtschaftung wahrlich nicht einfacher. Schlamm im Hofbereich wo man nur hinschaut, die Fütterung der Milchkühe ist extrem erschwert und ein großes Problem bildet die hohe Zahl an euterkranken Kühen (wegen dem Schlamm). Die Bilder entstanden in unserer Gegend.

15. Dezember 2009

Ann-Kathrin gut in Bolivien angekommen

Wir danken allen die in ihren Gebeten an die Reise von Ann-Kathrin gedacht haben. Sie ist planmäßig am 15. Dezember Vormittags (Deutschland ca. 16:00 Uhr) in Santa Cruz (Bolivien) angekommen. Wir waren so froh sie gesund und wohlbehalten umarmen zu dürfen. Anni hat das zweimalige Umsteigen in London und Miami als "leicht" empfunden und kam prima im Labyrinth der Flughäfen zurecht. Es ist einfach schön, als Familie wieder zusammen zu sein! Wir freuen uns auf die kommenden 4 Wochen, es gibt allerdings auch einige "heilke Themen" mit Anni zu besprechen.

1. Dezember 2009

Der Container ist unterwegs!

Am Dienstag den 1. Dezember ist der Container nun endlich auf die Reise nach Bolivien gegangen.

Die lange Verzögerung kam durch die Prüfung eines wesentlich günstigeren Angebots einer internationalen Spedition mit Zweigstelle in La Paz (Bolivien) zustande. Die Kommunikationsmöglichkeiten sind leider von uns aus so sehr eingeschränkt, daß sich der Auftrag für den Transport von Ende Oktober bis heute hingezogen hat.
Nun heißt es für alle unsere Freunde im Gebet mit an die sichere Ankunft zu denken!
Unser besonderer Dank gilt Peter und Margot Bercher, die zum bisherigen Gelingen einen ganz großen Teil beigetragen haben!
Jegliche Neuigkeiten hier an gleicher Stelle.

28. November 2009

Besuch auf einer Farm im Niemandsland

Am Mittwoch hatte Wolfgang die Gelegenheit einen guten Bekannten aus Santa Cruz auf seine Sojabohnenfarm zu begleiten. Nach 6 Stunden Fahrt, die meiste Zeit auf staubigen Erdwegen, sind sie dort angekommen. Die 1500 Hektar umfassende Farm liegt in der fruchtbaren Ebene des "Rio Grande" und gehört dort zu den kleinsten Unternehmungen. Das Klima ist heiß und feucht. Tatsächlich ist das Sojagebiet so weitläufig, daß man Stunden fährt um zur nächsten Farm zu gelangen.

Diese Einsamkeit und weite Entfernung zu Einkaufsmöglichkeiten zwingen zu einer ganz besonderen Wirtschaftsweise und Organisation. So bildet das Zentrum der Farm das "Campamento". Man ist auf Selbstversorgung eingestellt: ununterbrochen brummt ein großer Generator und es werden Schweine und Hühner gehalten, um die Versorgung der 30 bis 40 Arbeiter sicher zu stellen. Gearbeitet während der Ernte und Aussaatzeiten 24 Stunden am Tag in 2 Schichten. Die Männer werden gut versorgt aber dennoch hat jeder eine Kugel an Kokablättern in der Backe, sonst halten sie die Anforderung nicht aus.

Der Besitzer kommt alle 14 Tage hinaus und schaut nach dem Rechten. Ein Verwalter übernimmt die tägliche Anleitung der Arbeiter. Verglichen mit Deutschland ist der Maschienenpark pro Hektar klein. Die Unterhaltung der Maschienen wird durch die weite Entfernung und schlechten Wege sehr erschwert. Auch der Abtransport der Ernte (rund 10.000 Tonnen / Jahr) ist eine teure Angelegenheit. Trotzdem lohnt sich der Anbau unter diesen extremen Bedingungen.

Es war sicher nicht das letzte Mal, daß Wolfgang dort zu Besuch war!

16. November 2009

Überraschendes Wiedersehen

Am Sonntag Nachmittag steht sie plötzlich vor der Tür: unsere Marianela.
Im Arm trägt sie ihren 15 Tage alten Sohn Oscar. Begleitet wird sie von ihrem jetzigen Mann Bartolome und ihrer ersten Tochter Analena.

Wir haben uns sehr über diesen Besuch gefreut und daß sich der Lebensweg von Marianela stabilisiert hat, nachdem sie Mitte Mai 2008 "Hals über Kopf" das Kinderheim mit 15 Jahren verlassen hat. Sie möchte ihren Mann am Jahresende heiraten, der einer Arbeit als Nachtwächter nachgeht. Zusammen wohnen sie bescheiden als Grundstücksaufpasser einer reicheren Familie am Stadtrand von in Santa Cruz. Die stabielen Verhältnisse haben dazu beigetragen, daß Analena wieder zu ihrer Mutter aus dem Kinderheim entlassen wurde.
Es ist nicht ausgeschlossen, Bartolome nach Los Chacos zum arbeiten kommt, weil er auch Maurer ist und wir hier dringend einen Maurer bräuchten. Jetzt wünschen wir den beiden erst mal Gottes Segen für ihre Familie.

7. November 2009

Wasserrohrbruch

Gleich nach unserer Ankunft Ende Oktober in Los Chacos, ist die Wasserpumpe in unserem Wohnhaus ausgefallen. Kreischende Geräusche lassen auf einen Kugellager-Schaden schließen. Nachdem eine Ersatzpumpe besorgt war, ging es ans Austauschen. Dabei löst sich ein Wasserrohr und es ergießen sich 500 Liter Wasser unaufhaltsam auf den Zimmerboden. Es war Wolfgang nicht ersichtlich, daß der Auslaufstutzen des Vorratstanks bereits angebrochen, jedoch noch dicht war.


Auf den Fotos seht ihr wie Felix, der zur Zeit zu Besuch ist, und Wolfgang den Schaden beheben.