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26. März 2009

Agression

Folgende Informationen sind aus Onlineartikel der Zeitungen „El Deber“, „El nuevo Dia“ und „La Razon“ zusammengestellt.
Am 7. März wurde das Haus von Víctor Hugo Cárdenas gestürmt. Es liegt im Departamento de La Paz, Provinz Omasuyos im Dorf Sankajahuira (nahe des Titicaca Sees). Die Agresoren wurden durch den Bürgermeister des Regierungsbezierks Achacachi, Eugenio Rojas, motiviert und haben sich bei der Aktion auf das neu geltende Recht („justicia comunitaria“) berufen. Es räumt den indianischen Komunen weitesgehende Rechtsfreiheit nach überliefertem Recht ein, und dies parallel zu den geltenden Gesetzen.
Dabei wurde die Wohnung ausgeraubt, zerstört, die Bewohner verprügelt und vertieben und das Haus besetzt. Die aufgebrachte Menge (500 Leute) wirft V. H. Cárdenas vor, er habe seine Verpflichtungen in der Dorfgemeinschaft vernachlässigt und habe sich nicht für die Provinz Omasuyos eingesetzt. Die Polizei (weder vom Dorf noch aus der nächsten Stadt) war nicht bereit die Familie zu schützen.
Cárdenas ist Aimara wie Morales und wae Vizepräsident 1993 bis 1997 von Bolivien unter Präsident Sanchez de Lozada und bildet derzeit Teil der Oposition von Evo Morales. Er hat vor der Volksabstimmung über die neue Verfassung für deren Ablehnung geworben.


Víctor Hugo Cárdenas

24. Februar 2009

Volksabstimmung

Wie immer an einem Wahltag gab es auch an diesem Sonntag Fahrverbot und der Ausschank von Alkohol wurde gar 48 Stunden vorher verboten. Das half aber nichts um ein Eindeutiges Ergebnis für die Annahme des neuen Verfassungstextes zu erreichen. Während Evo Morales den "Wahlsieg" von nur 60% der Bevölkerung als großen Wendepunkt in der Geschichte Boliviens verkündete, sind beim näheren hinsehen alle Tieflandstaaten mit den gleichen Prozentsatz gegen den neuen Text der Verfassung.


Die Wirtschaftlich starken Bundesstaaten (Departamentos) Tarija, Pando, Santa Cruz und Beni wollen seit Jahren mehr Autonomie von der Zentralregierung. Die Bevölkerung (Hauptsächlich der Städte) repräsentiert den neuen Mittelstand in Bolivien.


40 % Der Bolivianer haben mit Nein (No) gestimmt, als sie gefragt wurden, ob sie mit dem neuen Verfassungstext einferstanden seien. Beim genaueren hinsehen (links) muß man erkennen, daß das Land einmal mehr gespalten ist. Das liegt daran, daß sich die 60% der Ja Stimmen Hauptsächlich von der armen (auch ungebildeten) Landbevölkerung kommt. Es handelt sich vor allem um die Gruppe der Aymara u. Quechua, die Nachfahren der Incas.